Kundgebung für Alexandra R.

Am 10.Juni 2009 versammelten sich Freunde und weitere politische Unterstützer_innen der derzeit Inhaftierten Alexandra R. zu einer Kundgebung. Rund 50 Menschen hatten sich versammelt, um ihre Solidarität mit Alex zum Ausdruck zu bringen.

Alex wurde am 20.Mai `09 auf dem Weg zu einer politischen Kundgebung verhaftet. Der Grund dafür ist der Vorwurf, sie habe einen PKW angezündet, was Zivilbeamte beobachtet haben sollen ( http://de.indymedia.org/2009/05/251599.shtml ). Kurz darauf konstituierte sich die Alex-Soligruppe „En garde!“, welcher derzeit die politische Unterstützung auf persönlicher und öffentlicher Ebene für die Inhaftierte organisiert. Diese war auch verantwortlich für die Kundgebung vor der Pankower Frauen JVA an diesem Mittwoch. Der Termin für die Solidaritätskundgebung war nicht zufällig so kurzfristig anberaumt worden. Schließlich findet am Freitag dem 12. Juni der Haftprüfungstermin statt, welcher bereits einmal verschoben wurde. Danach fallen alle weiteren Entscheidungen für die weitere Soliarbeit.

Zur Kundgebung kann gesagt werden, dass sich zwar wenig Menschen an der Veranstaltung beteiligten, aber für die kurzfristige Mobilisierung und die daran gebundene mangelnde Bewerbung verhältnismäßig viele Menschen sich am Frauenknast Pankow eingefunden hatten. Die Veranstaltung begann um 17 Uhr und wurde gegen 19 Uhr beendet. Neben Musik gab es im Laufe der Veranstaltung einen Redebeiträg des Friedrichshainer Hausprojektes Rigaer 94, der sich solidarisch mit Alex erklärte ( http://de.indymedia.org/2009/06/252789.shtml ) und einen Beitrag einer Vertreterin der Soligruppe Christian ( http://freechristian.de.vu/ ), der die Zustände in den Jugendknästen anprangerte. Des weitern wurde ein Beitrag der Gruppen North East Antifascista ( http://northeast.antifa.de/ ) und der Jugendantifa Nordost ( http://jano.antifa.de/ ) verlesen. Dieser beleuchtete die NS-Geschichte des Gefängnisses und setzte sich kritisch mit totalitarismustheoretischen Auswüchsen im derzeitigen Geschichtsdiskurs auseinander.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden Teilnehmer_innen der Kundgebung permanent von „Zivil“beamten verfolgt, sobald sie diese auch nur verließen. In der Arkonastraße wurde ein Demonstrant von einer BFE-Einheit kurzzeitig festgesetzt und einer Personalienkontrolle unterzogen, weil dieser zu nah an der Wand des Knastes entlang gelaufen war. Die Person wurde aber schnell wieder frei gelassen. Hier bei bleibt anzumerken, dass sich das Gefängnis unmittelbar in der Nähe zum öffentlichem Straßenland befindet und der Bereich vor der Knastmauer ein Bürgersteig ist, der nun mal von allen möglichen Leuten genutzt wird. Der „Logik“ zu Folge ist auch jeder Passant ein potentieller Fluchthelfer. Schön wär’s!

Angesichts der aktuellen Repessionswelle und der vielen Leute, die derzeit in den Berliner Knästen sitzen, gilt es die Vernetzung der Soliarbeit zu stärken. Was her muss, ist eine breite Solidaritätskampagne, die über den Grad persönlicher Betroffenheit hinausgeht. Eine Kampagne die klar sagt: „Gemeint sind wir alle!“. Ohne ein solches gemeinsames Vorgehen sind die vielen meist jungen Menschen dazu verdammt ohne jegliche Öffentlichkeit für ihre aktuelle Situation in den Knästen zu schmoren.

Der Kampf geht weiter!
Knäste zu Baulücken!
Sofortige Freilassung der Gefangenen!