Alexandras Anklage schwächelt

Begleitet von massiven Sicherheitsvorkehrungen begann am heutigen Dienstag der Prozess gegen Alexandra R. Sie wird beschuldigt, am 18. Mai in Berlin-Friedrichshain eine versuchte Brandstiftung an einem KFZ begangen zu haben. Die Verhandlung, die um 9 Uhr beginnen sollte, verzögerte sich durch die peniblen Eingangskontrollen der Justizwachtmeister_innen um etwa eine dreiviertel Stunde, bis die rund 40 Besucher_innen im Saal Platz genommen hatten. Nachdem die Anklageschrift verlesen wurde, ließ Alexandra über ihre Anwältin verlauten, dass die von ihrem Aussageverweigerungsrecht gebrauch macht.

Das Gericht fuhr fort mit der Vernehmung der Polizeibeamtin Lütz, die nur die Gewissheit brachte, dass die Zeugin weder am Tatort, noch während der Verfolgung der Verdächtigten belastende Wahrnehmungen machte. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Äußerung, dass sie Personen, die Nachts in dunkler Kleidung durch Friedrichshain laufen, tendenziell für verdächtig hält, wobei das Tragen eben solcher Bekleidung für die Gegend um die Rigaer Straße typisch sei. Nachdem als zweiter Zeuge ein Mitbewohner Alexandras befragt wurde, unterbrach der vorsitzende Richter die Hauptverhandlung und setzte den nächsten Termin auf den 13. Oktober fest.

Daß auch am heutigen Tag kein belastender Beweis zum Vorschein kam, verwundert uns keineswegs. Es scheint für den bisherigen Verfahrensverlauf typisch, dass die Strafverfolgungsbehörden sich ausschließlich auf fragwürdige Indizien stützen. Alexandra hat mittlerweile über vier Monate ihres Lebens in Untersuchungshaft verbracht, dadurch ihre Lehrstelle verloren und durch die mediale Vorverurteilung schweren Schaden genommen. Wir fordern die sofortige Einstellung des Verfahrens und die unverzügliche Freilassung unserer Freundin und Genossin.

Engarde Soligruppe