Christoph: Keine Tat, kein Täter

Freispruch für Christoph T.

Wo keine Tat, da auch kein Täter. Zu dieser Auffassung kam heute das Landgericht Berlin. Christoph T. sei aus tatsächlichen Gründen freizusprechen, da es unter anderem als nicht erwiesen gilt, dass es sich im Falle des VW Passat, der am 17. Juni 2009 in Berlin-Friedrichshain in Brand geriet, um Brandstiftung handelt. Ein technischer Defekt hätte laut dem Gericht zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen werden dürfen. Beim Landeskriminalamt war man jedoch von Anfang an von einer Brandstiftung ausgegangen. Die zuständigen Brandermittler des LKA hatten den Wagen nur oberflächlich begutachtet und schon am nächsten Morgen zur Verschrottung freigegeben. Die durchgeführten Maßnahmen zur Spurensicherung wurden von verschiedenen Sachverständigen für unzureichend befunden. Dass die zuständige Brandermittlerin es unterlassen hatte, unter die Motorhaube zu schauen, spräche, so Richterin Cerener, für sich.

Ferner warfen etliche Ermittlungsaspekte von Polizei und Staatsanwaltschaft Fragen auf. So waren bei zwei weiteren festgenommenen Tatverdächtigen Anhaftungen von Lampenöl festgestellt worden, hier habe die Polizei jedoch kaum ermittelt, da sie Christoph T. „aus unersichtlichen Gründen für verdächtiger hielt“, so das Gericht. Laut Verteidigung habe die Staatsanwaltschaft in den letzten Monaten nicht einmal versucht, weitere Ermittlungen zu veranlassen, um z.B. die Brandursache zu klären oder festzustellen, was es mit den Anhaftungen von Lampenöl auf sich hatte. Vorrangig sei es darum gegangen, „endlich einen politisch motivierten Autobrandstifter präsentieren zu können“, so die Verteidigung, die von „vorurteilsmotivierten, fehlerhaften Ermittlungen“ sprach und den Medien eine Mitschuld gab. Auch Richterin Cerener konstatierte eine „zweifelsfrei erfolgte Vorverurteilung durch die Presse“.

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